Unser Fenster nach Russland: ein Jahr nach Nawalnys Tod
Shownotes
Im aktuellen Podcast „Freie Rede“ blickt Filipp Dzyadko auf die schwierige Lage in Russland. Er ist russischer Autor und Historiker und lebt seit zwei Jahren im Exil in Berlin. In einem aufschlussreichen Gespräch mit dem Moderator Tigran Petrosyan teilt er seine Gedanken zur aktuellen geopolitischen Situation und reflektiert über den Krieg in der Ukraine, der nun bereits seit drei Jahren tobt. Dzyadko beschreibt den Krieg als einen „Albtraum“, der die Menschen in Russland in die Irre führt. Besonders die Macht der Propaganda und die Zombifizierung durch staatliche Medien seien viel stärker, als viele ursprünglich dachten.
Das Gespräch geht auch auf den Verlust von Alexei Nawalny ein, dessen Tod die Hoffnungen vieler Russen zerstörte. Doch auch nach seinem Tod gab es Zeichen der Widerstandskraft: Tausende Menschen aus verschiedenen Städten gingen auf die Straßen, um sich von ihm zu verabschieden.
Dzyadko spricht über seinen neuen Roman „Radio Vladimir“, der die Geschichte von Wladimir Rumjanzew erzählt – einem Mann, der in Russland einen Piratensender gründete, um über den Krieg in der Ukraine und andere Themen zu berichten, die in den staatlichen Medien verboten sind.
Abschließend thematisiert Dzyadko die Zensur und die politische Manipulation im russischen Bildungssystem, das zunehmend unter staatlicher Kontrolle steht. Doch trotz der repressiven Maßnahmen gibt es noch immer Menschen, die sich dem System widersetzen – auf ihre eigene Weise.
"Unser Fenster nach Russland/Belarus" erscheint immer am letzten Tag im Monat und wird im Format "Freie Rede" veröffentlicht - ein Podcast der taz Panter Stiftung taz.de/stiftung/podcasts
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