Unser Fenster nach Russland/Belarus: zum Jahreswechsel
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00:00:11: Heute ist der einunddreißigste Dezember, der letzte Tag des Monats und das bedeutet, dass wir im Podcast Freirede der Tatspanner Stiftung sprechen.
00:00:20: Wir blicken dorthin, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird, nach Russland und Belarus.
00:00:27: Mein Name ist Tigram Petrosian und ich leite die Osteuropa Projekte der Stiftung.
00:00:32: Seit einem Jahr beginnt unser Podcast mit derselben Perspektive.
00:00:36: Wir berichten über Russland und Belarus, Zu Gast waren unter anderem der russische Autor und Historiker Philipp Jadko, die belarussische Journalistin Xenia Luzkina, die in Belarus im Gefängnis saß, und die Katharina Martinova, Herausgeberin des kritischen russischen Mediums Doxa.
00:00:54: Sie alle, wie viele andere Gäste, teilen ein ähnliches Schicksal.
00:00:58: Sie sind Regimtritikerinnen und leben im Exil.
00:01:02: Wir haben über den Krieg in der Ukraine gesprochen, über wachsende Repressionen in ihren Heimatländern und über Protest und Widerstand.
00:01:11: Heute öffnen wir unsere Fenster weiter nach Russland, nach Belarus und in ein neues Jahr, ein Jahr, das mit neuen Ideen der Tatspanta-Stiftung beginnt.
00:01:22: Autorinnen des Projekts Krieg und Frieden ein Tagebuch berichten über ihre Stimmung zu Beginn des neues Jahrhahn, wir schalten in die Ukraine nach Lettland und nach Kasachstan.
00:01:34: Mein Gast heute ist Gemma Derres Arila, die Leiterin der Patspanther Stiftung.
00:01:40: Hallo Gemma!
00:01:42: Hallo Tigran!
00:01:44: Gemma, ich erinnere mich an unseren ersten Gespräche, als du die Idee hattest, einen Podcast-Kanal unter dem Titel Freie Rede zu eröffnen.
00:01:54: Am Anfang haben wir Stimmen aus unseren internationalen Projekten hörbar gemacht, Menschen, die sonst kaum gehört finden.
00:02:02: Seit über einem Jahr öffnen wir diese Fenster gezielt nach Russland und Belarus.
00:02:08: Wo liegt für dich als Stiftungsleiterin die Grenze zwischen freier Rede und Verantwortung, besonders dann, wenn die Stimmen, die wir hörbar machen, selbst in Gefahr geraten können?
00:02:21: Danke, Diggren, für die Frage.
00:02:23: Genau, ich glaube, das war Mai, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, Und gleichzeitig ändert für mich die Freiheit dort, wo wir Menschen gewusst in Gefahr mingern können.
00:02:51: Also das ist nicht umsonst vielleicht hier nochmal zu reden, also einer unserer Workshop-Teilnehmerinnen aus der Europateilnehmerinnen aus Belarus.
00:03:00: Sieht sie immer noch.
00:03:01: im Gefängnis.
00:03:02: Deswegen also, wir arbeiten einfach mit Menschen, die sehr überzeugt, irgendwann wird im Beruf ausübern, Journalismus.
00:03:10: Und das ist aber keine Selbstverständlichkeit in den Ländern, wo sie eben als Journalistinnen unterwegs sind.
00:03:16: Und genau unsere Verantwortung beginnen dann genau an diesem Punkt.
00:03:20: Die müssen sehr genau abwägen, was Öffentlichkeit bedeutet und für wen sie welche Konsequenzen hat.
00:03:28: Gerade wenn Journalistinnen aus autoritären Kontexten sprechen, geht es nicht um Meinungsfreiheit, sondern um Sicherheit, um Familie, um Bleiberechte und manchmal um Leben.
00:03:40: Deshalb ist unsere Haltung als Staatsbänderstiftung, wir machen Stimmen höher, aber nicht um jedem Preis.
00:03:46: Wir entscheiden gemeinsam mit den Autorinnen.
00:03:49: Das war sehr gut, die koordiniert dieses Netzwerk im post-sovietischen Raum.
00:03:54: Wir entscheiden gemeinsam mit den Autorinnen, in welche Form, ob unabsurdonym oder nicht, mit welcher Namen, eben auch mit welcher Kontextualisierung wir die Texte oder die Podcast für verleschen.
00:04:03: Die Neuigkeit ab im Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr
00:04:07: die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr die Jahr.
00:04:23: Woran liegt diese Lehrstelle?
00:04:25: Was will die Tatspanta-Stiftung mit dieser inhaltliche Erweiterung konkret erreichen?
00:04:31: Mehr Wissen, mehr Empathie, mehr politische Druck oder vielleicht auch ein Umdenken bei uns selbst?
00:04:39: Ich glaube, ein bisschen eine Mischung von allem.
00:04:40: Aber ich glaube, hier, Tigran, muss ich auch ein kleiner Hinweis oder so Disclaimer, Transparenz-Hinweis nochmal erwähnen.
00:04:48: Also für mich ist Osteuropa oder der posto-bietischen Raum eine Herzensangelegenheit.
00:04:53: Also ich habe sie ja in Berlin studiert und ich habe zum Teil in Belarus und Russland gelebt.
00:04:58: Und ich habe für mich sehr früh erkannt, dass Deutschland da ein blinder Fleckt hatte oder eigentlich nicht nur Deutschland.
00:05:05: Ich komme ja aus Spanien, jetzt ist es nicht besser.
00:05:08: Und die Realität ist eben, dass wenn man über Osteuropa berichtet, gerade im beste europäischen Länder, ändert die Grenze in Moskau.
00:05:18: Also nicht nur so Russland, Russland ist ja riesig, sondern die Perspektive ist oft Osteuropa gleich Russland und eben gleich Moskau, weil bis jetzt das Netzwerk von Korrespondentinnen so gebaut wurde und auch, weil Die Berichterstattung über Osteuropa sehr stark von der Geopolitik geprägt wurde und weiterhin ist.
00:05:40: Also wenn man über Osteuropa berichtet, redet man fast nur über, in diesem Fall seit Februar XX, über den Russischen Angriffkrieg, aber auch zuvor über den Krieg in der Ost-Ukraine, also immer wieder im Rahmen von dieser geopolitischen oder geostrategischen Perspektive, aber weniger aus der Perspektive der einzelnen Ländern und der Motivationen oder Alltage in den jeweiligen Ländern.
00:06:09: Und genau deswegen, also was wollen wir damit erreichen?
00:06:13: Also auf jeden Fall versucht die Tatspandestiftung mit ihrem Projekten eine Plattform, den unabhängigen Journalisten aus diesen Ländern zu verschaffen, damit sie eben diese Stimme in diesem Fall in Deutschland höher machen können.
00:06:30: gleichzeitig schafft die Stiftung einer gewissen Lobbyarbeit gegenüber den Politikern in Deutschland.
00:06:37: Das machen wir jetzt nicht nur durch ein Podcast, eventuell ein Politiker sich anhören wird, sondern auch im Rahmen unserer Workshops mit Osteuropäischen Journalistinnen gehen wir immer wieder zum Bundestag oder wie wir suchen bestimmter Politikern, um eben Druck auszuübern, um nochmal ... diese direkte Kommunikation zu suchen, damit diese entscheidende Politiker die Perspektiven aus vor Ort direkt von diesen Menschen erhalten, die eben genau wissen, was da passiert.
00:07:09: Und ein drittes Ziel ist natürlich, die Breiteröffentlichkeit in Deutschland zu erreichen.
00:07:14: und Also Podcast ist ja ein Format, was jetzt sehr in ist, dass alle machen Gefühl Podcast.
00:07:22: Und gerade müssen wir unbedingt die Jünger-Zielgruppe erreichen.
00:07:26: Und das, glaube ich, schaffen wir mit dem Format Podcast.
00:07:29: Und zu der Frage Erweiterung.
00:07:30: Ja, wir wollen nicht nur in Belarus oder Richtung Belarus und Richtung Russland schauen, sondern leider auch Richtung anderer Länder des post-sovietischen Raums schauen, weil die autoritären Entwicklungen, die sind einfach überall zu spüren.
00:07:47: Und wir wollen, wie gesagt, einfach einen Raum diesen Journalistinnen, diesen unabhängigen Journalisten verschärfen, damit sie uns dann erzählen, was da geschieht.
00:07:56: Weil sonst bekommen wir diese Information als Westeuropäer oder als deutscher Öffentlichkeit nicht.
00:08:03: Wir haben schon bereits ein anderer Instrument dafür.
00:08:09: Nämlich das Projekt Krieg und Frieden ein Tagebuch.
00:08:13: Journalisten berichten schon seit Jahren aus ihren Herkunftsländer und aus dem Exil nicht nur über politische Entwicklungen, sondern vor allem persönliche Perspektive.
00:08:25: Aus Georgien, Armenien, Azerbaijan, zentralasiatischen Ländern, Baltikum.
00:08:31: Das ist ein beliebtes Projekt.
00:08:35: Das zentrale Ziel ist, Journalisten zu unterstützen.
00:08:39: Brauchen Sie vor Ort, welche Unterstützung?
00:08:43: finanzielle Sicherheit, Reichweite oder einfach jemanden, der Ihre Texte ernst nimmt?
00:08:50: Naja, also ich glaube alles ein bisschen, weil ich hatte neulich mit Tatjana aus Odessa telefoniert und einer unserer Tagebuchautorinnen.
00:09:00: Und sie hat mir noch mal gesagt, sie haben mal für mich ... also, dieser ... dieser Kalonkinder, dieser Tagebuch, Bücher zu schreiben, das ist eine Art von Therapie, von Behandlung.
00:09:09: Weil ich dann dabei ein bisschen den Krieg vergesse.
00:09:13: Ich muss nicht unbedingt jeden Tag über den Krieg berichten, sondern beim Tagebuch ist sie ein bisschen ... ohne Wisschen.
00:09:19: Das ist einfach ein komplett freies Thema.
00:09:21: Aus dem Alltag war es die Autorinnen, die ihr Pitchen, die ihr vorschlagen.
00:09:26: Und sie meinte, für sie ist eben eine Art von ... dieser Traumata zu überwinden, irgendwie.
00:09:34: Von daher, daran glaube ich fest, diese Möglichkeit zu haben, wenn du aus einem Land oder aus einer Region kommst, die oder das sehr stark von dem Krieg geprägt ist, diese Möglichkeit zu haben, raus aus diesen Themen zu gehen.
00:09:49: dass das hilft ihnen, diese Trauma zu überwinden.
00:09:53: Gleichzeitig habe ich auch davor, kurz erwähnt, dass es ein Instrument, wie du es genannt hast, um nicht nur über Krieg und nicht nur über Geopolitik im Zusammenhang mit dem postwirtischen Raum zu schreiben oder etwas zu verdörferlichen.
00:10:08: Und schließlich ist für diese Journalistinnen eine Einnahmemöglichkeit.
00:10:16: Also sie arbeiten unter krasse präkäreren Bedingungen und generell ist zunehmend schwierig als Freelancer Journalist zu arbeiten.
00:10:25: Und die Tatspander Stiftung bieten ihnen einmal in der Woche, immer Freitags, diese Möglichkeit für diese Texte einfach.
00:10:33: oder dazu bekommen.
00:10:34: Und hier erlauben wir bitte auch nochmal ein Hinweis oder ein kleiner Werbekleb.
00:10:39: Also die Tatspannter Stiftung lebt hauptsächlich vom privaten Spenden.
00:10:43: Und das Projekt Kriegum Frieden, ein Tagebuch, das seit Mitte zweiundzwanzig ins Leben gerufen wurde, das Projekt lebt nur von Spenden.
00:10:53: Also wir haben keine externe Förderung, die dieses Projekt unterstützt.
00:10:59: Und wie gesagt, das sind Gelder, was am Ende direkt an diese unabhängige Journalistinnen in dem post-Sovietischen Raum landen.
00:11:06: Das ist eine direkte Unterstützung.
00:11:07: Und das ist auch ein Projekt, das sehr beliebt ist unter Spenderinnen.
00:11:12: Und deswegen bin ich da überzeugend, dass wir es vorsetzen müssen.
00:11:17: Jemma, ich bekomme auch viele Briefe und das freut mich auch sehr, wenn die Leute sagen, wir wollen auch spänden und die Journalisten vor Ort unterstützen.
00:11:28: Und oft suchen sie einen Tagebuch aus, was ihnen am besten gefällt.
00:11:33: Und sie sagen, es ist wirklich so und wir wollen gezielt für diese Autoren spenden.
00:11:38: Das freut mich sehr.
00:11:40: Und meine Frage ist, welches Tagebuch ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?
00:11:47: Ich habe mir jetzt drei ausgesucht.
00:11:50: Einen Tagebuch aus Lettland, ein Tagebuch aus Georgien und ein Tagebuch aus Russland.
00:11:55: Wahrscheinlich haben wir keine Zeit für die drei, aber vielleicht kann ich kurz skizzieren, worum es dabei geht.
00:12:01: Aus Lettland schreibt Nasta Sakharevich, sie ist Belarusin.
00:12:07: Und der Titel ist, wer will eigentlich, dass meine Mutter nichts zu mir darf.
00:12:12: Und dabei geht es, um das gut zusammenzufassen, es geht um die ganze Visapolitik der EU.
00:12:18: Also es geht darum, wie spiel ich das?
00:12:21: dass Belarusische Bürger in die EU verreisen.
00:12:25: Und da weiß immer wieder die Frage, also Belarus wird sehr oft im Westeuropa als ein Teil Russlands vorgestellt oder dargestellt, wie hast du gesagt.
00:12:35: Und was Nasser schreibt, ist einfach, dass durch dieser nicht funktionierenden Visa-Politik-DEU genau das unterstützt wird.
00:12:43: Belarus bleibt näher an Russland, weil da kein Visa nötig ist, um nach Russland zu verreisen.
00:12:49: Und das verschafft eine krasse Grenze.
00:12:52: oder eine krasse Mauer oder Lücke zwischen Belarus und der EU.
00:12:56: Und dabei muss ich sagen, also die Tatspander Stiftung macht auch Projekte mit anderen Weltregionen.
00:13:01: Und das ist auch immer wieder ein großes Thema, wenn wir Projekte mit Journalisten aus Afrika Sub-Sachada veranstalten, die sagen immer wieder, sobald wir in Europa sind, in Westeuropa sind, die kalten uns alle für potenzielle Geflüchtete oder Migrantinnen.
00:13:16: Dabei wollen wir gar nicht unser Länder verlassen, aber die Visapolitik der EU gegenüber.
00:13:21: Unser Länder ist es einfach unmenschlich.
00:13:24: Oft erzählen sie von diesen Situationen, dass sie einen Studienplatz für einen Doktor oder für eine PhD in Paris zum Beispiel bekommen haben, aber dafür bekommen sie kein Visum.
00:13:36: Und das zeigt einfach, wie komplexener diese ganze Migrationsthematik ist.
00:13:41: Und das ist gar nicht das Thema von heute, weil das ist ein Thema, was mich persönlich sehr beschäftigt.
00:13:44: Deswegen habe ich dieses Tagebuch ausgewählt, weil das direkt am Herz gelandet ist.
00:13:51: Ganz anderes Thema aus Georgien.
00:13:52: Das schreibt Katja Kasaya.
00:13:55: Liebe in Zeiten der Revolution.
00:13:57: Das fand ich sehr süß.
00:14:00: Das ist so eine Mikroperspektive.
00:14:04: Oder es wird immer wieder von diesen Protestern in Georgien bedichtet.
00:14:08: Und dann geht es hier mal um meine kleine Liebesgeschichte.
00:14:12: Darf ich einen Teil vorlesen?
00:14:14: Bitte.
00:14:15: Okay, also es ist nicht der Anfang, aber hier steht, lieber wird die in Krisenzeiten zu einem gesellschaftlichen Phänomen.
00:14:22: Sie wird vom Protesten staatlichen Druck und ungerechten Gerichtsverfahren beeinträchtigt, vor allem, wenn man selbst teilt dieses Prozesses ist.
00:14:30: Ich bin Journalistin, mein Freund Anwalt.
00:14:33: Er verteidigt Gewissensgefangene, in Anführungszeichen.
00:14:37: So werden in Georgien junge Menschen bezeichnet, die vom Regime wegen Igers Kampfers für eine europäische Zukunft des Landes verurteilt werden.
00:14:46: Am Anfang haben die Proteste meinen geliebten und mich näher zusammen gedacht.
00:14:50: Gemeinsamer Einkäufer von Ausrüstung, Masken und vorrätenen Kochsalzlösungen.
00:14:55: Gemeinsam sind wir zu Protesten gegangen.
00:14:58: Gemeinsam haben wir Prozesse durchlebt, die schwer zu ertragen sind, die aber nach den unausgesprochenen Gesetzen der Geschichte zwangsläufig zum Sieg führen.
00:15:08: In seinem Rucksack, in dem er Masken und Gasmasken aufbewahrte, drück er später auch einen Laptop mit den Akten seiner Mandaten mit sich.
00:15:18: Gespräche über die Zukunft, über Reisen, das Zuhause, die Familie wurden auf die Zeit nach der nächsten Gerichtsverhandlung, nach dem nächsten Interview, nach der nächsten Kundelegung verschoben.
00:15:29: Das fand ich einfach so.
00:15:30: wie gesagt, diese Mikro- oder Summen in diesem Alltag der Protestern in Georgien, worüber wahrscheinlich alle was gehört haben oder gelesen.
00:15:37: Das letzte Tagebuch ist aus Russland, Katarina Kavanova.
00:15:42: Lernen darf nur, wer schon genug weiß.
00:15:45: Und da geht es darum, dass es einfach Pflicht ist für nicht-russische Kinder einfach sehr gut Russisch zu sprechen.
00:15:56: Oder beziehungsweise die Instrumenterisierung der Sprache oder die Politerisierung der Sprache und der Umgang gegen Minderheit in Russland, aber aus der Perspektive der Kinder.
00:16:06: Und das fand ich auch sehr wichtig, weil das ist auch ein bisschen dieser Mikro oder Zoom in, weil eben der Krieg, dieser Angriffsklick läuft schon seit Februar, April, zwanzig.
00:16:18: Und oft werden einfach die Kinder vergessen.
00:16:20: Und im Bi-Fern hat das ganze System Putin auch einen Einfluss auf diese neue Generationen hat.
00:16:27: Und vielleicht hast du den Text von der ehemalige, jetzt ehemalige Tatskorrespondentin gelesen, Nina Hartwig, die jetzt eben Russland verlassen musste.
00:16:38: Und sie hat sehr oft auch aus der Perspektive ihr Tochter geschrieben.
00:16:43: Und im Bi-Fern ... dieser zunehmender Druck auf die Kinder durch die Tochter, dass sie das durch die Tochter erlebt hat.
00:16:51: Und deswegen, das hat mich nochmal geprägt, weil ich weiß, wie krass die Propaganda auch auf dieser Zielgruppe zählt.
00:16:59: Vielleicht diese Feiertage beziehungsweise kann man nutzen, um diese Texte nochmal zu lesen.
00:17:05: Alle sind auf detats.de zu verfügen, unter kriegundfrieden, ein Tagebuch.
00:17:12: Und du hast Nasta Sakharovic erwähnt, ihr Text erwähnt.
00:17:17: Ich habe auch mit ihr telefoniert.
00:17:20: Und nach ihrer Stimmung rund um die Feiertage gefragt.
00:17:24: Nicht vergessen, heute ist Dezember.
00:17:29: Das Jahr war sehr schwierig,
00:17:30: sehr
00:17:30: unverständlich und sehr spurnend.
00:17:34: Aber mit der Glück, dass wir
00:17:36: die Belarussische Gesellschaft bekommen.
00:17:39: Es war ein riesiges Geschenk.
00:17:42: Dieses Jahr war sehr schwierig, sehr unverständlich und sehr umstritten.
00:17:46: Aber glücklicherweise haben wir alle die gesamte Belarusische Gesellschaft ein riesiges Weihnachtsgeschenk erhalten.
00:17:52: Mehr als hundert Menschen wurden Mitte Dezember freigelassen und in die Ukraine gebracht.
00:17:57: Später wurden sie alle nach Litauen und Polen gebracht.
00:18:00: Und dann werden sie entscheiden, wer wohl lebt.
00:18:03: Ich lebe in Lettland.
00:18:04: Hierher werden ehemalige politische Gefangenen normalerweise nicht gebracht.
00:18:09: Aber wir freuen uns trotzdem alle.
00:18:11: Ich glaube, dass Grenzen weltweit keine Rolle mehr spielen.
00:18:13: Wir freuen uns alle gleichermaßen.
00:18:15: Die Freude ist einfach riesig.
00:18:17: Leider sitzen immer noch mehr als tausend Menschen hinter Gittern, darunter auch meine Kolleginnen.
00:18:22: Manche, bei denen wir mit einer Freilassung gerechnet hatten, sind in Haft geblieben.
00:18:27: Aber wissen Sie, wenn so etwas passiert, ist es trotzdem eine große Freude, denn selbst wenn jemand aus Ihrem Umfeld dieses Mal nicht dabei ist, werden diese Menschen beim nächsten Mal oder beim übernächsten Mal sicher freikommen.
00:18:39: Und wir alle warten sehr, sehr gespannt auf Sie.
00:18:42: Ich bin sehr froh, dass Sie alle, na ja, nicht alle, aber viele von denen, die in letzter Zeit freigelassen wurden, die Feiertage mit Ihren Familien verbringen können.
00:18:52: Und ich glaube, wenn ich den Neujahrs zerstecken werde, werde ich einfach irgendwie an sie denken, weil es im Moment sehr, sehr schwer ist, überhaupt dann etwas anderes zu denken.
00:19:01: Diese Menschen werden aus Belarus weggebracht und das ist ein Problem.
00:19:04: Für viele ist das eine Tragödie, ein großes Drama.
00:19:07: Aber ich bin überzeugt, dass Freiheit, egal wie die Umstände auch sein mögen, immer besser ist als Gefängnis.
00:19:13: Selbst wenn diese Freiheit fern von zu Hause ist, selbst wenn sie mit einer Deportation einhergeht.
00:19:19: Diese Menschen haben die Möglichkeit, sich auf das Fest vorzubereiten, Mandarinen zu kaufen, Champagner einzuschenken, alte Filme oder neue Filme anzuschauen, Musik zu hören, zu lachen, überhaupt zu wählen, was sie an Neujahr essen werden, was sie jeden Tag essen, was sie anziehen.
00:19:36: Ich denke, das ist das Wichtigste, was man aus diesem Jahr mitnehmen kann.
00:19:46: Gemma Nasta hat unter anderem über Salat-Olivier erzählt.
00:19:51: Das ist in post-Sovietischen Ländern mit Feiertagen wie Weihnachten und Sylvester immer noch verbunden.
00:19:58: Kennst du diesen Salat-Olivier?
00:20:01: Ich kenne den Salat, aber ich habe schon davor gesagt, ich komme aus Spanien.
00:20:05: Wir nennen diesen Salat Russischen Salat.
00:20:08: Und ich meine, wie soll ich jetzt das Rezept vortragen?
00:20:12: Ja, warum nicht?
00:20:14: Okay, also wir, also in Spanien essen wir den russischen Salat mit Kartoffeln, mit Möhren, also ein bisschen so ein sehr kleingeschnittener Gemüse, oft mit Kochschinken oder mit Kribetten oder so was, aber alle sehr, sehr klein geschnitten und sehr wichtig sehr viel Mayonnaise überall.
00:20:32: So essen wir das.
00:20:34: Und grüne Erbsen oder?
00:20:37: Ja,
00:20:37: genau.
00:20:38: Das ist
00:20:39: der wichtigste.
00:20:41: Ich komme aus Armenien und habe auch immer Silvester an uns.
00:20:45: Bei uns zu Hause war immer diesen Salat Olivier.
00:20:49: Und anders nennt man auch diese Salat Hauptstadt, so von Hausstadt.
00:20:56: Eigentlich gedacht vielleicht Moskau.
00:20:58: Heutzutage ist natürlich schwierig darüber zu reden, weil auch in Belarus, in der Ukraine oder auch in zentral-asiatischen Ländern dieses Salat ist so beliebt.
00:21:08: Und man vergisst auch, dass es ursprünglich Wulikslawische, weiß ich nicht, kann ich mir so sagen, aber dass es in Subizzeiten so verbreitet war, ist auch heutzutage so präsent, wenn Weihnachten quasi erst kommt in polsäoetischen Raum Silvesta, dann Weihnachten.
00:21:28: Orthodoxer Kirche feiert immer im Januar, deswegen diese ganze Feiertage fängt man auch noch ein und dreißigste.
00:21:37: Dezember und auch Santa Claus kommt auch ein, und Weihnachtsmann kommt auch am einund dreißigste.
00:21:46: Und dann
00:21:46: auch Setmaros, genau, wie werde ich auch...
00:21:49: Vaterfrust.
00:21:50: Genau.
00:21:51: Und das auch zum Beispiel wurde in post-robetischen Ländern übersetzt, zum Beispiel.
00:21:59: auf armenisch zemerbabik, auf kasachisch ayaz ata, das gleiche ist Weihnachtsmann.
00:22:05: Und über die Feiertage habe ich auch mit Nikita Danielin telefoniert und mit ihm besprochen.
00:22:12: Er schreibt Tagebücher aus Kasachstan und hat mehrmals an unserem Osteuropa-Projekt in Berlin und Tbilisi teilgenommen.
00:22:22: hören wir seine persönliche Erfahrungen und die politische Entwicklung, die gerade an diesen Feiertagen besonders spürbar werden.
00:22:33: In Kasachstan, wie
00:22:49: im gesamten postsovertischen Raum, wird das neue Jahr in der Nacht vom einundreißigsten Dezember auf den ersten Januar gefeiert.
00:22:57: Natürlich ist es für die meisten Menschen ein Familienfest.
00:22:59: Das heißt... Selbst die meisten jungen Leute versuchen es zunächst mit ihren Eltern und ihren Großeltern zu feiern.
00:23:06: Und dann, nachdem sie das neue Jahr so begrüßt haben, wenn bei uns die Glocken schlagen um zwölf Uhr, gehen die Menschen auf die Straße, zum Feuerwerkskörper, dann verteilt sich die Jugend auf ihre verschiedenen Treffpunkte.
00:23:19: Einige gehen in Bars, anderen Clubs, wieder andere zu Freunden in deren Wohnungen.
00:23:24: Sie versammeln sich in Gruppen.
00:23:26: Das ist bei uns traditionell so.
00:23:28: Natürlich muss der Tisch gedeckt werden.
00:23:30: Das heißt, es werden Salate zubereitet.
00:23:33: Die Vorbereitung brauchen den ganzen Tag und werden hauptsächlich von den Frauen übernommen.
00:23:38: Es gibt immer sehr lange Schlangen in den Geschäften.
00:23:40: Die Preise für Lebensmittel steigen dann immer.
00:23:43: Und alle versuchen, vor ein neuer Jahr so viel wie möglich einzukaufen, um einen großen, reichgedeckten Tisch zu haben.
00:23:51: Und sie stellen ein Weihnachtsbaum auf.
00:23:53: Auch hier gibt es wieder Gelanden, Weihnachtsschmuck, all das.
00:23:58: Der Weihnachtsmann kommt an den Silvestertagen.
00:24:00: Auf Kasachisch heißt er Ayaz Atta.
00:24:03: Wir haben einen sekulären Staat, der in keiner Weise mit Religion verbunden ist.
00:24:09: Aber bei uns überwiegt der Zeit der Islam gegenüber anderen Religionen.
00:24:13: Wir haben sehr viele Muslime und die Islamisierung nimmt zu.
00:24:17: Deshalb gibt es Menschen, die das Feiern des Neujahrs verurteilen.
00:24:20: Aber bisher sind es nicht so viele wie diejenigen, die feiern.
00:24:24: Das heißt, normalerweise versammeln sich alle gegen neun oder zehn Uhr am Tisch, sitzen da und schauen sich das Neujahrsprogramm an.
00:24:31: Meistens in das russische Konzert- oder Comedyprogramme.
00:24:34: Manche schauen sich alte sowjetische Filme an.
00:24:37: Und das war's.
00:24:38: Sie sitzen also am Tisch, diskutieren, wie das Jahr war, stoßen auf die Jahre an, auf die Hoffnung für die Zukunft.
00:24:45: Und dann warten alle auf die Rede des Präsidenten.
00:24:48: Bei uns ist das derzeit Kazim Shomad Tokayev.
00:24:52: Er hält seine Rede normalerweise in zwei Sprachen.
00:24:55: Zuerst auf Kasachisch, das dauert etwa drei, vier Minuten, und dann auf Russisch.
00:25:01: Manchmal wechselt das Abschnittsweise, also zuerst eine Absatz auf Kasachisch, dann einer auf Russisch, dann wieder auf Kasachisch, um sozusagen die Interessen aller Bürger zu befriedigen.
00:25:11: Denn bei uns sprechen die Menschen sowohl Kasachisch als auch Russisch.
00:25:16: Und natürlich gibt es bei uns auch einen Teil der Bevölkerung, der nachher auf die Rede von Vladimir Putin wartet.
00:25:21: Denn der russische Einfluss auf Kazakhstan ist ziemlich groß.
00:25:25: Und wir haben russische Fernsehsender, die Putins Rede im Ganzen übertragen.
00:25:29: Wir haben einen Zeitunterschied von zwei Stunden zu Moskau.
00:25:33: Das heißt, zuerst kommt die Rede von Tokayev, dann, um zwei Uhr früh, die Rede von Putin.
00:25:39: Nun, natürlich nicht auf den kasachischen Kanälen, sondern auf den russischen.
00:25:43: Wir haben dort den ersten Kanal Eurasia.
00:25:45: Dort können sie Putin zeigen.
00:25:47: Viele haben Satellitenkanäle, über die sie das gesamte russische Fernsehprogramm empfangen können.
00:25:53: In unserer Familie ist es zum Beispiel so, dass ich zwei große Eltern habe, mein Großmutter und mein Großvater.
00:25:59: Sie sind über siebzig Jahre alt und wurden in der Sowjetunion geboren.
00:26:03: Und für sie ist Putins Auftritt sogar wichtiger als der von Tokayev, weil sie sich mehr für die russische Politik interessieren.
00:26:10: Sie sind völlig in das russische Fernsehen in die russischen Nachrichten vertieft.
00:26:15: Sie interessieren sich nicht dafür, was in unserem Land passiert.
00:26:17: Mein Großvater sagt manchmal, unser Präsident, und er spricht dabei nicht von Tokayev, sondern von Putin.
00:26:25: Und er macht sich mehr Sorgen um Putin, mehr Sorgen um Russland.
00:26:29: Wie ist die Lage dort mit dem Krieg, wie ist die Lage in der Ukraine und so weiter.
00:26:34: Das heißt, sie warten mehr auf Putins Glückwünsche als auf die Glückwünsche vom Kasachischen Präsidenten.
00:26:40: Das hat aber nicht in allen Familien einen großen Einfluss.
00:26:44: In kasachelsprachigen Familien zum Beispiel wird es so etwas nie geben.
00:26:48: Das heißt, Putin interessiert sie überhaupt nicht.
00:26:51: Das heißt, Erwartungen an eine Rede Putins oder das Interesse an der russischen Agenda kommen hauptsächlich von russischsprachigen Menschen.
00:27:00: Nicht alle russischsprachigen Menschen sind aber so.
00:27:03: Nach dem Krieg haben beispielsweise viele aufgehört, die russische Agenda oder Putin zu verfolgen.
00:27:09: Je näher knasachische Städte an der russischen Grenze liegen, besonders im Norden, Osten oder Nordwesten, desto stärker sind sie von russischen Informationen abhängig.
00:27:19: Viele Menschen dort haben sogar eine doppelte Staatsbürgerschaft, weil die Grenze so nah ist.
00:27:24: Manche denken auch, warum nicht, wenn es nötig ist, können wir nach Russland ziehen.
00:27:29: Wir im Süden, beispielsweise in meiner Stadt Alma-Ati, sind davon etwas entfernt.
00:27:35: Je weiter weg von Russland, desto geringer der Einfluss, desto weniger russisch wird gesprochen.
00:27:40: Deshalb verfolgen die Menschen in diesen Städten Putin oder andere dort nicht so sehr.
00:27:45: Den Menschen ist es egal, was Putin sagt.
00:27:48: Es hat keinen Einfluss auf sie.
00:27:50: Eine ähnliche Situation herrscht in vielen zentral asiatischen Ländern, in Kyrgyzstan oder auch in Tajikistan.
00:27:57: Nur zurück zum Auftritt der Präsidenten am Silvesterabend.
00:28:01: Ich persönlich verfolge Tukayevs Rede auch.
00:28:03: Aber das ist eher eine journalistische Angelegenheit.
00:28:06: Es ist für uns interessant zu hören, was Tokayev zu sagen hat, auch wenn wir keine Hoffnungen hegen, dass sich irgendetwas ändern wird.
00:28:14: Aber diese Tradition haben wir schon seit langem.
00:28:17: Es gibt auch einen gewissen Unterschied zu früher.
00:28:20: Zum Beispiel trat Nur-Sultan Nazarbayev, unser erster Präsident bis zum Jahr zwei Tausend neunzehn, immer vor einem Weihnachtsbaum auf, immer mit einem Glas Champagner in der Hand.
00:28:30: Bei dem heutigen Präsident Kasim Shomad Tokayev ist das nicht mehr so.
00:28:35: Er steht nicht mit einem Glas Champagner in der Hand vor einem Weihnachtsbaum.
00:28:39: Das ist auch ein Trend, der die Islamisierung unseres Landes berücksicht.
00:28:43: Denn seine muslimischen Wähler könnten nicht verstehen, warum er mit einem Glas Alkohol in der Hand vor einem Weihnachtsbaum steht.
00:28:49: Deshalb ist sein Auftritt sehr weltlich und ohne jegliche Fanfahren.
00:28:54: Es ist ziemlich langweilig gefilmt.
00:28:56: Der Mann steht einfach vor dem Hintergrund seiner Residenz.
00:28:59: Und er spricht über die Pläne fürs nächste Jahr.
00:29:01: Und wie dieses Jahr war.
00:29:03: Im Großen und Ganzen ist es positiv, wie gut alles war.
00:29:07: Wir standen schon vor schwierigen Herausforderungen, aber wir haben sie gut gemeistert.
00:29:11: Und menschliche Nähe gibt es dort kaum.
00:29:14: Es ist eher eine protokollarische Rede.
00:29:18: Das war der Journalist Nikita Danilin aus Kazakhstan.
00:29:23: Die Tatzpantastiftung möchte künftig mehr Informationen aus Russland hier in Deutschland zugänglich machen, insbesondere kritische Berichte russische Exilmedien, die in der Tatz auf Deutsch erscheinen.
00:29:36: Was ist das Ziel dieser Arbeit, Gemma?
00:29:39: Was treibt dich an, russische Exilmedien gezielt in den deutschen Diskurs zu holen?
00:29:47: Also schon... Seit März, die Tatspannter Stiftung dieser Medusa-Auswahl.
00:29:55: Das ist einmal in der Woche, haben wir vier Artikel in der Regel kurz auf dort zusammengefasst.
00:30:02: Und zwar nur von den zwei Sprachigen, also russisch-englischen Exil-Medium Medusa, für Öffentlich.
00:30:10: Und die Data hinter war und ist eine andere Perspektive.
00:30:15: zu Russland in die deutsche Öffentlichkeit einzubringen.
00:30:19: Also dieser Perspektivwechsel, sogenannte konstruktiven Journalismus, ist auch so ein permanenter Einsatz von der Tatspannter Stiftung.
00:30:26: Und das war eben das Ziel, warum, habe ich auch davor kurz erzählt.
00:30:31: Wenn wir an Russland denken, denken wir sofort an Putin.
00:30:35: Und aufbildt einfach die russische Gesellschaft als sehr monolitisch dargestellt.
00:30:41: Dagegen wollen wir unseren Beitrag leisten.
00:30:44: Und die Tatspanderstiftung unterstützt kritische, unabhängige Journalistinnen.
00:30:49: Die gibt's leider kaum mehr, in Russland zu finden.
00:30:52: Die sind hauptsächlich im Exil.
00:30:55: Über eine Million russische Bürgerinnen sind seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit February, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar, seit Februar Kraft, um eventuell irgendwann ein anderes Russland, ein demokratisches Russland zu haben.
00:31:20: Und deswegen unterstützen wir diese russische Exilstimmen.
00:31:26: Ab Januar wollen wir aber dann nicht nur mit Medusa zusammenarbeiten.
00:31:31: Das ist das größte Exilmedium, was es gibt zusammen mit Novia Gazeta, sondern auch mit anderen Medien, die ebenfalls im Exil sind.
00:31:39: Beispiel Mediasonas, Jemalsiem, Echo, etc.
00:31:44: Weil wir einfach gesehen haben, dass auch seit fast vier Jahren Krieg und seit vier Jahren Exil Journalistinnen einfach die alle viel mehr... Unterstützung brauchen, also finanziell aber auch Marketing, weil das, was wir auch verschaffen, ist einfach ein Fenster für die zu eröffnen, damit die deutsche Öffentlichkeit überhaupt von denen was hört.
00:32:06: Und wir merken einfach, dass diese finanzielle Unterstützung und überhaupt Unterstützung abgenommen hat in der letzten Zeit.
00:32:14: Und wir wollen einfach mehrere kritische Stimmen fördern.
00:32:18: Genau.
00:32:19: Und auch in diesem Fall wird das Projekt nur durch Spenden finanziert und auch diese verschiedenen Redaktionen werden oder Journalistinnen werden direkte finanzielle Unterstützung über die Tatspantastiftung bekommen.
00:32:34: Und die Ukraine und die Ukrainer vergessen wir auch nicht.
00:32:39: Tatiana Milimgur schreibt regelmäßig aus Odessa.
00:32:43: Du hast auch ihren Name erwähnt.
00:32:45: Und auch mit dir habe ich in diesen Tagen telefoniert.
00:33:09: Wenn man mich fragt, ob in Odessa Neujahrsstimmung herrscht, möchte ich natürlich als jemand, der bestimmte Assoziation mit Neujahrsstimmung hat, von gelandten und schönen Stern am Himmel erzählen.
00:33:20: E nur deshalb herrscht Stromausfall und trotz allem werde ich ein Olivier Salat zubereiten und etwas backen.
00:33:26: Aber die Realität sieht so aus, dass ich leider nicht einmal von einer wirklichen festlichen Stimmung berichten kann, denn gerade in den letzten Tagen haben die Beschüsse stark zugenommen.
00:33:35: Bei uns kann der Beschuss etwa acht Stunden am Tag dauern.
00:33:38: Das bedeutet ständige Unruhe, geschlossene Geschäfte und Angst auf die Straße zu gehen.
00:33:43: Obwohl wir alle verstehen, dass wir diese acht Stunden irgendwie überstehen müssen, versuchen wir uns zu verstecken, weil die Explosionen von morgens bis abends und mitten in der Nacht ständig zu hören sind.
00:33:54: Ich lebe in einer Gegend, durch die all das vom Meer von der Krim herüberfliegt und im Grunde höre ich fast all dieses Summen.
00:34:02: Ich kann sogar die Entfernung schätzen, wenn die Militärdrohne Shahad fliegt.
00:34:07: Und ich glaube, dass ich nicht die Einzige bin.
00:34:09: Wahrscheinlich können jetzt alle Ukraine in etwas Ähnliches sagen.
00:34:14: Wir bemühen uns sehr, trotz allem, dem Leben zu dienen und alles zu tun, damit das neue Jahr, wenn schon nicht bei uns, dann wenigstens bei unseren Kindern irgendwie gefeiert werden kann.
00:34:24: Wir werden einen großen Weihnachtsbaum auf dem zentralen Platz haben.
00:34:28: Der wurde bereits aufgestellt.
00:34:30: Verschiedene Cafés geben sich große Mühe.
00:34:32: Sie schmücken ihre Cafés mit Lichterketten.
00:34:34: Und so sieht es in der Stadt irgendwie hell aus.
00:34:37: Denn wenn man die Nachrichten verfolgt, dann ist Odessa schon seit einer Woche komplett vom Netz genommen.
00:34:44: Ja, ich wollte dieses neue Jahr unbedingt meine Kinder nach Odessa mitnehmen.
00:34:47: Aber die Brücke, die den Flughafen Moldau mit Odessa verbindet, wurde zerstört.
00:34:53: Leider bleiben wir an Silvester getrennt, aber ich möchte auch betonen, dass Träume und Wünsche und Hoffnungen trotzdem mit uns weiterleben und dass wir selbst zu einem Licht geworden sind, das nötig ist, um die Situation, die uns umgibt, zu beleuchten.
00:35:06: Und ich wünsche mir sehr, dass dieses Licht immer stärker wird.
00:35:09: Ich wünsche mir sehr, dass der Krieg endlich aufhört, aber nicht einfach so, sondern zu den Bedingungen, die wir uns vorstellen, damit die Zivilisation siegt.
00:35:19: Zuerst möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die trotz Müdigkeit bei uns geblieben sind.
00:35:24: Ich verstehe diese Müdigkeit.
00:35:25: Wir sind alle müde.
00:35:27: Danke auch allen, die weiter über uns sprechen und sich an uns erinnern.
00:35:31: Denn wir sind lebendige Menschen, genau wie ihr.
00:35:33: Menschen, die sich nach Weihnachtsmärkten sehen und Colliat gesehen möchten.
00:35:38: So heißen die Weihnachtslieder auf ukrainisch.
00:35:40: Und gerade jetzt ertönt ein solches Lied überall auf der Welt, Carol of the Bells, ein Weihnachtslied, das auf einem ukrainischen Volkslied basiert.
00:35:49: Ich bitte Sie, an uns zu denken, es wäre schön, wenn wir endlich unser Leben genauso leben könnten wie alle anderen, uns weiterentwickeln und unsere Kinder umarmen könnten und keine Angst hätten, in den Himmel zu schauen.
00:36:00: Ich wünsche mir genau diesen Tag.
00:36:02: Vielen Dank und frohes neues Jahr.
00:36:10: Auch dir ein frohes neues Jahr, liebe Tatjana, wir hoffen sehr, dass diese Grausamkeit behalt ein Ende findet.
00:36:18: Am Ende unserer Podcast frage ich unsere Gäste immer, was sie in den kommenden Monaten erwartet und du bist da natürlich keine Ausnahme.
00:36:27: Du hast aber schon über die neuen Projekte der Stiftung gesprochen, deshalb interessiert mich auch ganz persönlich.
00:36:34: Wie wirst du in diesem Jahr Silvester feiern?
00:36:38: Dieses Jahr feiere ich, also heute feiere ich Silvester mit meiner katalanischen Familie, die extra angereist ist.
00:36:48: Wir sind sehr viele.
00:36:49: Meine Schwester, meine Eltern, meine Nichten, die ich selten sehe.
00:36:54: Das heißt, es wird eher eine gemütliche Abend sein.
00:36:58: Und ja, wir werden einfach sehr leckeres Essen.
00:37:04: Kein Salat Olivier.
00:37:06: Wir wissen nur ... Noch nicht genau, was wir kochen, aber wir werden gemeinsam was zubereiten.
00:37:13: Und dann bei uns immer Traditionen ist Traubenessen.
00:37:17: Also wir essen immer zwölf Trauben zu jedem Donk.
00:37:21: Also, mitten Nacht zwölf Traubenessen.
00:37:24: Donk, Donk, Donk, und so weiter und sofort.
00:37:27: Und Cover zum Anstoßen, also dieser spanische Sekt.
00:37:31: Gemma, vielen Dank.
00:37:32: Ich wünsche dir und deinem Familie ein frohes neues Jahr.
00:37:36: Liebe Zühlerinnen, mein Gast war Jemma Therese Arila, die Leiterin der Tatspanta Stiftung.
00:37:43: Ihnen allen wünsche ich ebenfalls ein frohes neues Jahr, ohne Krieg und mit Frieden.
00:37:49: Danke dir, Tigram, für die Einladung.
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